Informationen zur Legasthenieförderung

Seit dem Schuljahr 2009/2010 wird an unserer Schule eine spezielle Legasthenieförderung angeboten. Durchgeführt wird sie von einer Lehrerin unserer Schule, die auch Legasthenie- und Konzentrationstrainerin MKT ist.

Um alle Kinder herauszufinden, die diese Förderung benötigen, führen die Deutschlehrer zu Beginn des 5. Schuljahres in ihren Klassen einen standardisierten Rechtschreibtest (Hamburger-Schreib-Probe) durch. Dieser wird im Hinblick auf legasthenietypische Fehler ausgewertet. Schüler mit entsprechendem Fehlerbild werden ausgewählt und die Legasthenielehrerin führt umfassendere Fehleranalysen durch.

An einem Elternabend erhalten die Eltern der Kinder, bei denen der Verdacht auf Legasthenie besteht, dann wichtige Informationen zum Thema Legasthenie, zur Beurteilung legasthener Schüler im Hinblick auf den Nachteilsausgleich und zum Ablauf der Förderung an unserer Schule.

In der Grundschulzeit schon getestete Kinder kommen automatisch in die Fördergruppen.

Die Eltern werden hier gebeten, den jeweiligen Klassenlehrern entsprechende Informationen und Unterlagen zukommen zu lassen, da diese in den Schülerakten häufig nicht enthalten oder schlecht zu finden sind.

Im Anschluss an den Elternabend können die Eltern ihr Kind zu der Förderung anmelden, die dann im Januar beginnt und einmal wöchentlich stattfindet. Die Dauer der Förderung orientiert sich an den Bedürfnissen der betroffenen Schüler.

Von einer Legasthenie spricht man, wenn Kinder beim Erlernen des Schreibens und des Lesens Probleme haben, sonst aber normal bis überdurchschnittlich intelligent sind. Legasthenie ist genbedingt. 15% der Weltbevölkerung sind davon betroffen.

Legasthene Menschen sind aber weder lernschwach noch lerngestört, sie haben nur eine andere Lernfähigkeit bzw. eine andere Informationsverarbeitung. Das heißt, dass sie Lesen und/oder Schreiben anders lernen müssen als nicht legasthene Menschen.

Um problemlos das Schreiben und Lesen erlernen zu können, müssen die Sinneswahrnehmungen im Bereich der Optik, Akustik und Raumwahrnehmung uneingeschränkt funktionieren. Wenn legasthene Menschen auf Symbole wie Buchstaben treffen, ist dies jedoch nicht der Fall. Es kommt zu einer zeitweisen Unaufmerksamkeit (nicht zu verwechseln mit Unkonzentriertheit), wodurch Wahrnehmungsfehler entstehen. Das Kind nimmt zu diesem Zeitpunkt den Fehler nicht wahr, obwohl es eigentlich weiß, wie das Wort geschrieben wird.

Bei legasthenen Kindern reicht es nicht, nur im Symptombereich an den Fehlern zu arbeiten. Auch die Aufmerksamkeit (die in anderen Bereichen übrigens sehr gut ist) und die betroffenen Sinneswahrnehmungen müssen trainiert werden.

Um an den Ursachen einer Legasthenie anzuknüpfen, beinhaltet das Training immer ein Aufmerksamkeitstraining, ein Sinneswahrnehmungstraining und das Training an den Fehlern. Hierbei erlernen die Kinder vor allem Strategien, wie sie ihre Schreibung besser steuern und überprüfen können.

Die Förderstunden liegen so, dass die Schüler keinen wichtigen Unterricht verpassen.